29. Oktober 2014

Ifo-Geschäftsklimaindex und die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen sinken

Ifo-Geschäftsklimaindex


Laut Pressemeldung des ifo Instituts München vom 27. Oktober 2014 ist der Index für den Monat Oktober auf 103,2 Punkte gesunken. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Rückgang von 1,5 Punkten. Deutsche Unternehmen bewerten Ihre Geschäftslage erneut weniger gut und sehen für die kommenden sechs Monate trübe Aussichten, so der Präsident des ifo Instituts, Hans-Werner Sinn.



Die Basis des Indexes ist eine subjektive Meinung von 2.500 monatlichen Meldungen von Unternehmen, wie aktuell ihre Lage eingeschätzt wird und wie ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr sind. Fraglich ist die Aussagekraft, ob sich die wirtschaftliche Leistung Deutschlands wirklich verschlechtert, oder sich nur eine Meinung einiger "weniger" Unternehmen (nur 0,05% aller deutschen Unternehmen) widerspiegelt.

Bisnode Zahlungsindex


Am 07.10.2014, nur wenige Tage vor der Pressemeldung des ifo Instituts München, veröffentlichte die Bisnode Gruppe ihren Zahlungsindex. Daraus leitet sich ab, dass sich die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen im September erneut leicht verschlechtert hat. Dies ist bereits der zehnte Monat in Folge, an dem der Bisnode Zahlungsindex an Wert verliert. Er liegt aktuell bei 85,69 Prozent. Nach Ansicht von Bisnode ist der erneute Rückgang nach wie vor nicht besorgniserregend, da sich die Zahlungsmoral der deutschen Unternehmen weiterhin auf einem guten Niveau befindet.



Dieser Index setzt den D&B Zahlungsindex unverändert fort, der seit mehr als drei Jahren monatlich veröffentlicht wird. Der bisherige Herausgeber, D&B Deutschland, ist seit mehr als acht Jahren Tochter der schwedischen Bisnode Gruppe, einem der führenden europäischen Anbieter für digitale Wirtschaftsinformationen. Bisnode hat 3.000 Mitarbeiter in 19 Ländern, in Deutschland ist das Unternehmen mit 450 Mitarbeitern an fünf Standorten vertreten. Die Inkasso 24 AG ist seit über 15 Jahren Partner von Bisnode D&B.

Deutschland-Index von Bisnode


Der Darmstädter Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode veröffentlichte am 20.10.2014 den Deutschland-Index für September 2014. Der Index, der die Ausfallwahrscheinlichkeit aller deutschen Unternehmen vorhersagt, liegt bei 85,2 Prozent und verbesserte sich damit zum Vormonat (August 2014: 89 %) leicht. Bisnode prognostiziert daraus eine geringe Anzahl an Insolvenzen in der deutschen Wirtschaft für die kommenden 12 Monate.


Umfrage des BDIU-Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V.


Nach einer Einschätzung des BDIU-Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. zieht eine sich in Deutschland andeutende Eintrübung der Konjunktur nicht nur Zahlungsausfälle nach sich, sondern auch gestiegene Insolvenzen. Deshalb rät Frank Dietel, Vorstand der Inkasso 24 AG, Unternehmen, sich umgehend beraten zu lassen und ihr Forderungsmanagement zu optimieren.

Im Gegensatz zu vielen EU-Ländern hält in Deutschland die Kauflust der Bevölkerung ungebrochen an, eine wichtige Stütze der hiesigen Konjunktur. Gründe für die anhaltende Kauflaune dürften vor allem in der stabilen Arbeitsmarktlage, einer guten Einkommensentwicklung sowie einer nur leicht gestiegenen Inflationsrate (laut Bundesamt für Statistik 0,8 % gegenüber 2013) zu sehen sein. Die weiterhin sehr niedrigen Zinsen reizen zu größeren Anschaffungen, darunter Immobilien.

Nach der halbjährlich durchgeführten Umfrage aller dem BDIU angehörenden Inkasso-Unternehmen werden die Rechnungen gegenüber der 2013er Herbstumfrage bereits um 23 % schlechter und nur um 13 % verbessert bezahlt. 61 % der befragten Inkasso-Unternehmen schätzen das Zahlungsverhalten als unverändert ein. Wolfgang Spitz, Präsident des BDIU, nennt eine nicht von der Hand zu weisende Schattenseite der heimischen Kauflust: Ein Großteil der Anschaffungen wird über Kredite finanziert. Die aktuellen politischen Turbulenzen, die Wirtschafts- und Eurokrise könnten zu einer Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt führen. Die Zahl derer, Verbraucher wie Unternehmen, die dann ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder kaum noch nachkommen können, würde extrem steigen.

Fazit


Deutschland geht es weiterhin sehr gut. Die Bauwirtschaft läuft auf Hochtouren und wird auch 2015 Dank der niedrigen Bauzinsen weiterhin eine wachsende Branche sein. Jedoch ist in vielen anderen Wirtschaftsbereichen eine Verschlechterung der Zahlungsmoral zu erkennen.