29. Juli 2017

Trend: Zahlungsziel von 90 Tagen - ein Albtraum?

Stellen Sie sich vor, Sie führen eine mittelständische oder große Firma. Denken Sie an eine Branche Ihrer Wahl - Sie erzielen einen tollen Umsatz und am Endes des Monats bleibt sogar ein stattlicher Gewinn übrig. Ihre Kunden sind zufrieden. Auch wenn der ein oder andere etwas schwierig ist, konnten Sie bisher jegliche Wünsche erfüllen. Entsprechend werden auch Ihre Rechnungen pünktlich bezahlt, Sie können bei Ihren Lieferanten Skonti ziehen und somit sogar noch einen Extragewinn erzielen. Ein Dispo-Kredit bei Ihrer Bank ist sicher nicht notwendig.

Und nun das: Die Einkaufsabteilung Ihres Top-Kunden teilt Ihnen mit, dass ab sofort nur noch Aufträge mit 90 Tagen Zahlungsziel erteilt werden. "Was bedeutet das nun?", fragen Sie sich. 90 Tage Zahlungsziel - bisher kam das Geld doch spätestens nach 14 Tagen!

Leider spiegelt dieses Szenario einen aktuellen Trend wider. Viele Deutsche Großkonzerne versuchen so, Ihr Zahlungsziel zu verlängern - mit 0% Kreditzinsen. Bekannte Vertreter solcher Vorgaben sind bspw. ALDI & Co. Produkte werden hier bereits im täglichen Ladengeschäft verkauft, bevor diese bezahlt werden mussten.



Italien ist Vorbild


In anderen Europäischen Ländern gehört ein Zahlungsziel von 90 Tagen zur gängigen Praxis. Vorreiter dieser Vorgehensweise ist Italien. Italienische Firmen begleichen darüber hinaus ihre Rechnungen durchschnittlich erst 60 Tage nach Fälligkeit. Damit erhalten Lieferanten mitunter erst nach fünf Monaten ihr Geld. Für Deutsche Firmen wäre das undenkbar. Nicht selten erleben Deutsche Unternehmer, dass bereits spätestens 30 Tage nach Lieferung und Fälligkeit ein Inkassounternehmen eingeschaltet wird.

Mit dem Zahlungsziel von 90 Tagen bereiten sich gerade größere Firmen bereits heute auf eine eventuelle Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor. Da die Amtszeit des derzeitigen EZB-Präsidenten, Matio Draghis, am 31. Oktober 2019 endet, wird spekuliert, sein Nachfolger könnte ein Deutscher Präsident werden. In diesem Fall werden die Zinsen definitiv steigen.

Die Falle


Ein alter Kaufmannsgrundsatz besagt: "Sind die Preise ein mal im Keller, dann bleiben sie auch dort!" Also Vorsicht! Für Einkaufsabteilungen ist es viel leichter, Nachlässe über ein längeres Zahlungsziel zu erreichen, anstatt einen geringeren Preis auszuhandeln. Auch Einkäufer erhalten jedoch Zielvorgaben, bei denen Reduktion an erster Stelle steht. Viele Firmen sind allerdings bereits am Limit ihrer Produktionskapazitäten, für geringere Preise also nicht ansprechbar. Ist es also sinnvoll, mit seinem Top-Kunden eine Verlängerung des Zahlungsziels zu vereinbaren?

Die aktuellen Dispo-Kredite bei Banken sind verhältnismäßig günstig. Steigen die Zinsen und somit die Dispo-Zinsen aber an, wird es de facto unmöglich, ein Zahlungsziel von 90 Tagen wieder zu reduzieren. Zahlungsziele sollten also nicht leichtfertig erhöht werden. Ist eine Erhöhung unumgänglich, könnte das sogenannte Factoring eine Lösung darstellen. Factoring-Unternehmen finanzieren Rechnungen bis zu 90 Tage Zahlungsziel. Bei Fragen steht die Inkasso 24 AG selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite. Wenden Sie sich dafür gern an Ihren Spezialisten Frank Dietel, unter 0800 11 44 111.

24. Juni 2017

Reklamation eines Inkasso-Bescheids

Was ist zu beachten!

Vielleicht ist es dem ein oder anderen schon einmal passiert: Ein Inkasso-Mahnschreiben flattert ins Haus - und das, obwohl keine offene Forderung besteht. Oder etwa doch? Der Anruf beim Inkassounternehmen bringt nicht wirklich eine Lösung. Das Callcenter des Dienstleisters verweist lediglich darauf, jegliche Anliegen schriftlich vorzutragen, selbst wenn es sich um ein Missverständnis handeln sollte. Doch warum diese unnötige Arbeit - reicht ein telefonischer Widerspruch etwa nicht aus?


(Bildquelle: Katemangostar | Freepik)

Mündliche Reklamationen helfen nicht wirklich.


Gerade größere Inkassounternehmen können die Vielzahl von Reklamationen bei der Übernahme von Großaufträgen leider nur unzulänglich bearbeiten. Vorgeschaltete Callcenter nehmen ein Telefonat zwar entgegen, können eine Reklamation jedoch nicht aufnehmen. Im Standardfall wird auf eine Kommunikation der Beschwerde per E-Mail verwiesen. Eine Reaktion des Inkassobüros erfolgt allerdings selten. Vielmehr landet schon bald das nächste Inkasso-Mahnschreiben und damit die nächste Aufforderung zur Zahlung im Briefkasten. Versehen mit dem Hinweis der Entstehung weiterer Kosten bis hin zu gerichtlichen Mahnverfahren lässt dieses Schreiben eine eventuelle Reklamation völlig außer Acht. Offene Inkasso-Mahnschreiben werden zudem häufig an die Schufa oder InFoScore gemeldet.

Die Schufa-Einmeldung


Gerade die Einmeldung einer unbezahlten Forderung an die Schufa verursacht für den vermeintlichen Schuldner natürlich Stress. Es kann beispielsweise zur Kündigung von bestehenden Verträgen oder Krediten kommen, da die Hausbank von der Schufa über offene Inkasso-Forderungen informiert wird. Die Richtigkeit des vom Inkasso-Unternehmen gemeldeten Saldos wird von der Schufa dabei allerdings nicht noch einmal geprüft. Die rechtliche Grundlage dazu bildet der § 28a Bundesdatenschutzgesetz. Dort wird die Datenübermittlung an Auskunfteien geregelt. Demnach müssen mindestens zwei Mahnung versandt worden und zwischen der ersten Mahnung und der Einmaldung vier Wochen vergangen sein. Seriöse Inkasso-Unternehmen werden ihre Schuldner also wenigstens zwei Mal kontaktieren, ehe eine Einmeldung erfolgt.

Aber: Jede 2. Reklamation ist unberechtigt


Schätzungen von Branchenexperten gehen davon aus, dass jede zweite Reklamation nur zum Schein vorgetragen wird, um eine berechtigte Forderung nicht zu bezahlen. Inkasso-Unternehmen sind jedoch dazu verpflichtet, jeder Reklamation nachzugehen und dem vermeintlichen Schuldner eine Antwort zu liefern. Damit entstehen dann erhebliche Mehrkosten, um auch eindeutige Fälle noch einmal zu klären. Leider zeigt die Praxis, dass nicht alle Inkasso-Unternehmen diese Mehrarbeit ordnungsgemäß durchführen. Oft wird eine Reklamation mit einem einfachen Standardschreiben abgetan.

Mögliche Lösung


Viele Großkonzerne sparen beispielsweise an den Personalkosten der Debitorenbuchhaltung. Seit geraumer Zeit ist es ohnehin viel schwieriger geworden, geeignete Buchhalter/innen zu finden. Zahlungen werden bei vielen Firmen heutzutage voll automatisiert verbucht und dem jeweiligen Kundenkonto zugeordnet. Zahlungen ohne Angabe einer Kunden- und Rechnungsnummer werden vorerst auf ein Interimskonto verbucht. So ein Konto ist buchhalterisch nur ein Zwischenkonto, bis eine Zahlung eindeutig zugeordnet werden kann. Nicht selten stehen dort hunderte Buchungen pro Tag, die dann mühevoll manuell anhand des Namens des Auftraggeber der Überweisung umgebucht werden müssen.

Inkassounternehmen schlüpfen immer mehr in die Rolle eines Debitorenbuchhalters von Großkonzernen und dürfen somit auch Reklamationen bearbeiten. Soweit es technisch möglich ist, arbeiten geschulte Sachbearbeiter aus dem Inkassobüro direkt in der Buchhaltungssoftware ihres Auftraggebers und lösen solche Interimsbuchungen auf

Ein solcher Prozess ist für alle Beteiligten sehr effizient, jedoch derzeit im Mittelstand eher die Ausnahme - Leider!

Fazit - Was bedeutet das nun


Unberechtigten Forderungen sollte grundsätzlich immer erst einmal schriftlich widersprochen werden. Üblich ist es, dem Inkasso-Unternehmen eine Frist von 14 Tagen zu setzen. Während dieser Bearbeitungszeit der Reklamation sperren seriöse Inkassounternehmen die Einmeldung an Auskunfteien. Wir, von der Inkasso 24 AG, haben uns dies sogar bei mündlichen Reklamationen zum Ziel gesetzt.

11. Mai 2017

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung

Ab 25. Mai 2018 gelten neue Regeln!


Aufgepasst: Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) wird es ab dem 25.05.2018 nicht mehr geben. Ab diesem Tag gilt dann die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Über die tiefgreifenden Veränderungen, die damit auf Unternehmen zukommen können, sind sich viele jedoch nicht im Klaren. Da das Datenschutzniveau an einigen Stellen merklich angehoben wird, drohen neue Transparenz- und Dokumentationspflichten der Belastung vieler Unternehmen. Insbesondere kleinere Firmen sind sich den drohenden Bußgeldern bei Verstößen allerdings nicht bewusst.



Schön war die Zeit mit dem BDSG: Man schaute mit Hilfe eines Datenschutzbeauftragten die Betriebsprozesse an, traf wenn notwendig entsprechende Maßnahmen. Man kannte sich aus im BDSG. Man lebte den Datenschutz. Und jetzt? Was hat es auf sich mit dem DS-GVO? Ein Monster aus Brüssel oder alles halb so wild?

Alte EDV-Technik erneuern


Schauen wir uns nun an, was die neue Verordnung denn konkret für die unternehmerische Praxis bedeutet. Das DS-GVO konfrontiert uns mit einigen (strengen) neuen Regeln. Zunächst einmal sind die Zeiten alter PC-Technik definitiv vorbei. Wer als Unternehmer noch mit Windows 7 oder sogar mit Windows XP arbeitet, begeht einen Verstoß. Updates des Betriebssystems und des Browsers sind ebenfalls regelmäßig durchzuführen, andernfalls kann nun ein Bußgeldtatbestand vorliegen - goldene Zeiten für EDV-Dienstleister. Das Thema der Datensicherung sollte in den Fokus eines jeden Unternehmers oder Geschäftsführers rücken. Insbesondere steht dabei die Aufbewahrung und die Häufigkeit der Rückspielung im Mittelpunkt.

Wer löscht denn heute schon seine Daten?


Ab dem 25.05.2018 sollte man dafür nämlich einen schriftlichen Plan haben, der klärt, wie lange welche Daten aufgehoben und wann gelöscht werden. Natürlich sollten die Löschroutinen dann auch protokolliert werden. Löschen heißt also auch wirklich "löschen". Die Herkunft personenbezogener Daten muss ebenfalls dokumentiert werden. Generell gilt: Nur die minimal notwendigen Daten dürfen gespeichert werden.

Der Vertrieb muss sich umstellen


Um dies kurz zu veranschaulichen, werfen wir einen Blick auf typische Vertriebsmitarbeiter. Oft haben sie es sich zur Routine gemacht, persönliche Daten ihrer Kontaktpersonen in der verwendeten Vertriebssteuerungssoftware abzuspeichern. Vorlieben, wie beispielsweise "Er spielt gern Golf." oder "Nicht auf Bayern München ansprechen." zählen jedoch nicht als betriebsnotwendig und dürfen entsprechend nicht mehr gespeichert werden.

Der Passwort-Gau


Weiterhin sollten wir uns folgenden Fall ansehen: Angenommen, der Chef eines Unternehmens befindet sich im Urlaub auf einer einsamen Insel und der IT-Dienstleister benötigt dringend ein Passwort - Wer kennt es? Wer im Unternehmen kennt allgemein welche Passwörter und wo werden diese aufbewahrt? In vielen kleineren Unternehmen gibt es dazu keine Regelung. Darf denn der IT-Dienstleister überhaupt wichtige Passwörter erfahren und wenn ja, wo speichert er diese ab? Fragen über Fragen, die mit der DS-GVO geklärt werden müssen.

Fazit


Obwohl der 25.05.2018 noch eine Weile hin ist, legen wir Ihnen ans Herz, sich schon heute mit der DS-GVO auseinander zu setzen. Die IHK und auch die jeweiligen Verbände stehen bereits im Thema. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. hat darüber hinaus bereits Anfang 2017 einen "Best Practice Guide 1.0" veröffentlicht und bietet seinen Mitgliedern außerdem viele Seminare zu diesem Thema an.

Liebe Leser, bitte unterschätzt nicht, was da auf uns zukommt.

5. Dezember 2015

Verbraucherzentralen untersuchten Beschwerden zu Inkassounternehmen

Jede zweite Forderung war unberechtigt


Fünfzehn Verbraucherzentralen sammelten vier Monate lang Beschwerden von Verbrauchern zu fast 190 Inkassounternehmen und über 50 Rechtsanwaltskanzleien.

Fast 40 % der untersuchten Inkassounternehmen hatten keine Registrierung in Deutschland. Meldungen von 16 auffälligen Inkassounternehmen bei den Aufsichtsbehörden und stichprobenartig bei den Staatsanwaltschaften ergaben ein erschreckendes Resultat. Die Aufsichtsbehörden haben die jeweiligen Beschwerden an die örtliche Staatsanwaltschaft abgegeben, statt selbst tätig zu werden. Vier Aufsichtsbehörden wussten nichts von möglichen Maßnahmen nach §15b RDG. Dabei hätten die Aufsichtsbehörden in einem einfachen Verwaltungsverfahren sofort eingreifen können.

Gerade seriöse Inkassounternehmen, wie die Inkasso 24 AG, leiden unter dem schlechten Ruf der Branche. Fehlende Maßnahmen und mangelnde Aufsicht der Inkassobranche führen immer wieder zu ausufernden Beschwerden bei den Verbraucherzentralen in der Folge von überzogenen Gesetzesänderungen zum Nachteil aller Gläubiger. Dazu gehören die seit dem 01.11.2014 geltenden einheitlichen Informations- und Darlegungspflichten nach §11a RDG, die bisher nur zu einem höheren Mehraufwand bei der Erfassung von Inkassoaufträgen führte und die Porto- und Papierkosten steigerte. Ein Schnellschuss des Gesetzgebers vor der letzten Bundestagswahl auf Druck der Verbraucherzentralen. Seriöse Inkassounternehmen erfüllen diese weiteren Auflagen. Betrügerische Inkassounternehmen ignorieren diese, ohne dabei mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Ein neues Ziel der Verbraucherzentralen ist es, die Höhe der Inkassokosten auf einen Pauschalbetrag von unter 20,- EUR, egal wie hoch die Forderung ist, zu beschränken. Dabei wird nicht unterschieden, ob es sich um kleine oder Konzerninkassounternehmen (wie z. B.: Bertelsmann- oder Ottogruppe) handelt. Gerade die kleinen Inkassounternehmen sind regionaler Ansprechpartner für den Mittelstand und ein Aufwand in der Betreuung des Gläubigers und der manuellen Erfassung der berechtigten Forderung übersteigt öfters den zu erzielenden Ertrag. Solche Fälle sind nicht vergleichbar mit der automatisierten Anlage und Versand von Masseninkassoschreiben mit hohen Gewinnmargen für die Konzerne.

Bei dem sogenannten Mengeninkasso werden einzelne Forderungen nicht mehr geprüft. Gläubiger übergeben an das Inkassobüro mehrere Tausende Aufträge in sogenannten Blöcken. Das Inkassounternehmen legt die Fälle automatisiert an und versendet als „Letter“-Shop Tausende Inkassomahnschreiben pro Tag. Ob es sich dabei noch um „echtes“ Inkasso handelt, bleibt ein Diskussionsthema.

Im Gegensatz zu den „Manufaktur“-Inkasso-Unternehmen, bei denen jeder einzelne Fall direkt mit dem Gläubiger abgesprochen wird, werden jeweilige individuelle Bearbeitungsstrategien entwickelt und somit höhere Erfolge erzielt.

(Quelle: http://www.verbraucherzentrale.de/mediabig/237951A.pdf)

8. Oktober 2015

Achtung Betrüger! INKASSO24 GmbH aus Frankfurt am Main

Vorsicht neue Abzockemasche


Aktuell erhalten Firmen per E-Mail oder per Post ein Inkassomahnschreiben von einer angeblichen INKASSO24 GmbH, Ulmenstr. 25, 60325 Frankfurt am Main, Tel. 069 1532 3428 und Fax 069 1532 3429. Es handelt sich um eine Betrugsfirma. Bitte nicht bezahlen!

Weder die Telefon- oder Fax-Nummer sind erreichbar. Ein Eintrag im Handelsregister existiert ebenfalls nicht. Die angeblich offene Forderung soll auf eine IBAN-Konto-Nr. ES53 0182 0767 1802 0158 9920 überwiesen werden. Prüft man die IBAN, so erfährt man, dass es sich um ein Konto bei der BANCO BILBAO VIZCAYA ARGENTARIA, S.A. handelt. Die Betrüger sitzen somit im Ausland (Spanien) und werden Zahlungen direkt auf ein anderes Konto umleiten.

Als angeblicher Auftraggeber für das falsche Inkassomahnschreiben tritt die "TeleMedien für Firmen S.L.U." auf. Die Abkürzung S.L.U. steht für Sociedad Limitada Unipersonal, eine spanische Ein-Mann-GmbH. Einen Eintrag im spanischen Handelsregister gibt es lt. D&B nicht.
Es geht dabei um angebliche Brancheneinträge im Internet. Recherchiert man bei Google, findet man eine ähnliche Masche vor ca. einem halben Jahr mit dem Namen Inkasso24 S.L. aus Gran Canaria.

Ob es sich um ein registriertes Inkassounternehmen handelt, kann man über einen Eintrag im Rechtsdienstleistungsregister erfahren. Nur wer dort für "Inkassodienstleistungen" registriert ist, darf in Deutschland als Inkassounternehmen auftreten.

29. Oktober 2014

Ifo-Geschäftsklimaindex und die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen sinken

Ifo-Geschäftsklimaindex


Laut Pressemeldung des ifo Instituts München vom 27. Oktober 2014 ist der Index für den Monat Oktober auf 103,2 Punkte gesunken. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Rückgang von 1,5 Punkten. Deutsche Unternehmen bewerten Ihre Geschäftslage erneut weniger gut und sehen für die kommenden sechs Monate trübe Aussichten, so der Präsident des ifo Instituts, Hans-Werner Sinn.



Die Basis des Indexes ist eine subjektive Meinung von 2.500 monatlichen Meldungen von Unternehmen, wie aktuell ihre Lage eingeschätzt wird und wie ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr sind. Fraglich ist die Aussagekraft, ob sich die wirtschaftliche Leistung Deutschlands wirklich verschlechtert, oder sich nur eine Meinung einiger "weniger" Unternehmen (nur 0,05% aller deutschen Unternehmen) widerspiegelt.

Bisnode Zahlungsindex


Am 07.10.2014, nur wenige Tage vor der Pressemeldung des ifo Instituts München, veröffentlichte die Bisnode Gruppe ihren Zahlungsindex. Daraus leitet sich ab, dass sich die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen im September erneut leicht verschlechtert hat. Dies ist bereits der zehnte Monat in Folge, an dem der Bisnode Zahlungsindex an Wert verliert. Er liegt aktuell bei 85,69 Prozent. Nach Ansicht von Bisnode ist der erneute Rückgang nach wie vor nicht besorgniserregend, da sich die Zahlungsmoral der deutschen Unternehmen weiterhin auf einem guten Niveau befindet.



Dieser Index setzt den D&B Zahlungsindex unverändert fort, der seit mehr als drei Jahren monatlich veröffentlicht wird. Der bisherige Herausgeber, D&B Deutschland, ist seit mehr als acht Jahren Tochter der schwedischen Bisnode Gruppe, einem der führenden europäischen Anbieter für digitale Wirtschaftsinformationen. Bisnode hat 3.000 Mitarbeiter in 19 Ländern, in Deutschland ist das Unternehmen mit 450 Mitarbeitern an fünf Standorten vertreten. Die Inkasso 24 AG ist seit über 15 Jahren Partner von Bisnode D&B.

Deutschland-Index von Bisnode


Der Darmstädter Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode veröffentlichte am 20.10.2014 den Deutschland-Index für September 2014. Der Index, der die Ausfallwahrscheinlichkeit aller deutschen Unternehmen vorhersagt, liegt bei 85,2 Prozent und verbesserte sich damit zum Vormonat (August 2014: 89 %) leicht. Bisnode prognostiziert daraus eine geringe Anzahl an Insolvenzen in der deutschen Wirtschaft für die kommenden 12 Monate.


Umfrage des BDIU-Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V.


Nach einer Einschätzung des BDIU-Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. zieht eine sich in Deutschland andeutende Eintrübung der Konjunktur nicht nur Zahlungsausfälle nach sich, sondern auch gestiegene Insolvenzen. Deshalb rät Frank Dietel, Vorstand der Inkasso 24 AG, Unternehmen, sich umgehend beraten zu lassen und ihr Forderungsmanagement zu optimieren.

Im Gegensatz zu vielen EU-Ländern hält in Deutschland die Kauflust der Bevölkerung ungebrochen an, eine wichtige Stütze der hiesigen Konjunktur. Gründe für die anhaltende Kauflaune dürften vor allem in der stabilen Arbeitsmarktlage, einer guten Einkommensentwicklung sowie einer nur leicht gestiegenen Inflationsrate (laut Bundesamt für Statistik 0,8 % gegenüber 2013) zu sehen sein. Die weiterhin sehr niedrigen Zinsen reizen zu größeren Anschaffungen, darunter Immobilien.

Nach der halbjährlich durchgeführten Umfrage aller dem BDIU angehörenden Inkasso-Unternehmen werden die Rechnungen gegenüber der 2013er Herbstumfrage bereits um 23 % schlechter und nur um 13 % verbessert bezahlt. 61 % der befragten Inkasso-Unternehmen schätzen das Zahlungsverhalten als unverändert ein. Wolfgang Spitz, Präsident des BDIU, nennt eine nicht von der Hand zu weisende Schattenseite der heimischen Kauflust: Ein Großteil der Anschaffungen wird über Kredite finanziert. Die aktuellen politischen Turbulenzen, die Wirtschafts- und Eurokrise könnten zu einer Abschwächung auf dem Arbeitsmarkt führen. Die Zahl derer, Verbraucher wie Unternehmen, die dann ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder kaum noch nachkommen können, würde extrem steigen.

Fazit


Deutschland geht es weiterhin sehr gut. Die Bauwirtschaft läuft auf Hochtouren und wird auch 2015 Dank der niedrigen Bauzinsen weiterhin eine wachsende Branche sein. Jedoch ist in vielen anderen Wirtschaftsbereichen eine Verschlechterung der Zahlungsmoral zu erkennen.

28. Oktober 2014

Ab 01.11.2014 - Mehr Aufwand für Gläubiger bei Inkassoverfahren

Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken


Am 1. November 2014 tritt der zweite Teil des „Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken“ in Kraft. Darin wird geregelt, welche Informationen einem Schuldner mit einer Zahlungsaufforderung / Mahnung durch ein Inkassounternehmen oder einen Rechtsanwalt übermittelt werden müssen. Diese Festlegungen sind mit erhöhtem Aufwand verbunden, für die Gläubiger, die ihre Forderungen detaillierter vorbereiten, und die Inkassounternehmen, die diese erweiterten Angaben den Schuldnern unaufgefordert und nachvollziehbar darlegen müssen.

Reichte es bisher aus, dass Inkassounternehmen und Rechtsanwälte die Rechtmäßigkeit / Durchsetzbarkeit der Forderungen prüfen mussten, sind diese dem Schuldner nun wesentlich aufwendiger darzulegen. Im Gesetzestext ist es folgendermaßen formuliert:

Darlegungs- und Informationspflichten bei Inkassodienstleistungen


(1) Registrierte Personen, die Inkassodienstleistungen erbringen, müssen, wenn sie eine Forderung gegenüber einer Privatperson geltend machen, mit der ersten Geltendmachung folgende Informationen klar und verständlich übermitteln:

1. den Namen oder die Firma ihrer Auftraggeberin oder ihres Auftraggebers,

2. den Forderungsgrund, bei Verträgen unter konkreter Darlegung des Vertragsgegenstands und des Datums des Vertragsschlusses,

3. wenn Zinsen geltend gemacht werden, eine Zinsberechnung unter Darlegung der zu verzinsenden Forderung, des Zinssatzes und des Zeitraums, für den die Zinsen berechnet werden,

4. wenn ein Zinssatz über dem gesetzlichen Verzugszinssatz geltend gemacht wird, einen gesonderten Hinweis hierauf und die Angabe, aufgrund welcher Umstände der erhöhte Zinssatz gefordert wird,

5. wenn eine Inkassovergütung oder sonstige Inkassokosten geltend gemacht werden, Angaben zu deren Art, Höhe und Entstehungsgrund,

6. wenn mit der Inkassovergütung Umsatzsteuerbeträge geltend gemacht werden, eine Erklärung, dass die Auftraggeberin oder der Auftraggeber diese Beträge nicht als Vorsteuer abziehen kann.

Auf Anfrage sind der Privatperson folgende Informationen ergänzend mitzuteilen:

1. eine ladungsfähige Anschrift der Auftraggeberin oder des Auftraggebers, wenn nicht dargelegt wird, dass dadurch schutzwürdige Interessen der Auftraggeberin oder des Auftraggebers beeinträchtigt werden,

2. der Name oder die Firma desjenigen, in dessen Person die Forderung entstanden ist,

3. bei Verträgen die wesentlichen Umstände des Vertragsschlusses.

(2) Privatperson im Sinne des Absatzes 1 ist jede natürliche Person, gegen die eine Forderung geltend gemacht wird, die nicht im Zusammenhang mit ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit steht.

Besonders für kleinere Forderungen oder Dauerschuldverhältnisse (z. B.: Telekommunikations-, Versorgungs- oder Versicherungsverträge) ist der geänderte Gesetzestext unter Umständen mit unverhältnismäßigem Mehraufwand verbunden. Trotzdem sollten diese Außenstände nicht einfach ausgebucht werden. Auch der Unterschied zwischen Verbraucher und Privatperson ist von Bedeutung. Nicht zuletzt werden vermeintliche Schuldner vor unseriösen Geschäftemachern nicht wirklich geschützt. Denn wenn diese schon die angeblichen Forderungen erfinden, werden diese Unternehmen auch keine „ladungsfähige Adresse“ in ihren Zahlungsaufforderungen nennen. Sie haben Fragen zu diesem Thema? Inkasso 24 berät alle Unternehmen gern zum „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“.

FAZIT


Ab 1. November 2014 müssen Inkassounternehmen Schuldnern ausführlichere und auch für Laien verständliche Angaben zu allen angemahnten Forderungen machen. Deshalb müssen deren Auftraggeber, also die Gläubiger, ihrerseits detailliertere Informationen liefern. Neben den bisher üblichen Belegen zu den offenen Forderungen (Rechnungen/ Mahnungen) sind das:

- eine ladungsfähige Adresse (ein Postfach reicht in der Regel nicht mehr aus)

- der Forderungsgrund mit Vertragsdatum und wie der Vertrag zustande gekommen ist (mündlich, schriftlich usw.)

- ausführliche und nachvollziehbare (meist für Laien!) Darlegung/Berechnung der Verzugszinsen (bei erhöhten Zinssätzen, warum diese entstanden sind)

- seitens des Inkassounternehmens deren Kosten (Art, Höhe und Entstehungsgrund)

Werden diese verschärften Anforderungen nicht eingehalten, kann der Schuldner die Zahlungsaufforderung mit dem Hinweise „er verstehe den Inhalt nicht“ zurückweisen.